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Insights:Strategie ist kein Foliensatz: Wie mittelständische Unternehmen die Umsetzung absichern

In vielen mittelständischen Unternehmen gibt es Strategiemeetings, Workshops und Präsentationen. Die Folien dazu sind oft gut: klare Ziele, attraktive Zukunftsbilder, Maßnahmenlisten. Und trotzdem höre ich in Gesprächen immer wieder Sätze wie: „Wir wissen, was wir wollen – aber im Alltag kommt es nur teilweise an“ oder „Auf dem Papier sind wir weiter, als es sich im Unternehmen anfühlt“.

Ich erlebe Strategiearbeit im Mittelstand selten als Frage fehlender Ideen. Häufiger geht es darum, die Brücke zwischen Papier und Alltag zu schlagen. In diesem Beitrag möchte ich einige Beobachtungen aus Projekten teilen: Wo Umsetzungsvorhaben ins Stocken geraten – und welche Ansätze sich bewährt haben, damit Strategie im Unternehmen tatsächlich Wirkung entfalten kann.

Wo Strategien im Mittelstand ins Stocken geraten

Jedes Unternehmen tickt anders, und dennoch lassen sich in der Praxis wiederkehrende Muster erkennen.

Viele Themen gleichzeitig – und zu wenig Luft dafür

In Strategieprozessen entstehen schnell lange Listen: neue Produkte, neue Märkte, Digitalisierungsprojekte, Organisationsthemen, Investitionen, Personalfokus. Auf dem Papier fügt sich das oft zu einem schlüssigen Bild.

Im Alltag treffen diese Themen auf:

  • ein anspruchsvolles laufendes Tagesgeschäft,
  • begrenzte Managementkapazitäten,
  • bereits laufende Projekte und Verpflichtungen
  • sowie unvorhergesehene Ereignisse, die zusätzlichen Aufwand erzeugen.

Wenn sehr vieles gleichzeitig angestoßen wird, verteilt sich die Aufmerksamkeit – manchmal so weit, dass kein Thema genügend Schub bekommt. In Projekten erlebe ich es als hilfreich, wenn Unternehmen bewusst entscheiden: Was hat jetzt Priorität – und was darf bewusst später kommen?

Unklare Zuständigkeiten für strategische Themen

„Dafür sind wir alle verantwortlich“ klingt richtig – führt aber in der Praxis nicht immer zu klarer Umsetzung. Wenn strategische Vorhaben im Alltag nebenher laufen und nicht klar ist, wer die inhaltliche Führung übernimmt, bleiben Themen leichter liegen.

In vielen Unternehmen hat es sich bewährt, für zentrale Stoßrichtungen einen klaren Verantwortlichen zu benennen: Jemanden, der das Thema auf dem Radar hält, Entscheidungen vorbereitet und dafür sorgt, dass es im Tagesgeschäft nicht untergeht – idealerweise mit einem kleinen Team, das mitzieht.

Strategie und Zahlen sind nicht konsequent miteinander verknüpft

Eine überzeugende Strategie und eine solide Finanzplanung gehören zusammen. In der Praxis sind sie aber nicht immer eng verzahnt:

  • Ziele, die mehr Veränderung versprechen, als sich in den Zahlen wiederfindet,
  • Planungen, die sehr optimistisch sind, ohne dass klar ist, wie sie erreicht werden sollen,
  • oder Investitionsideen, die im Budget noch keinen Platz gefunden haben.

Banken, Investoren und auch Mitarbeitende spüren relativ schnell, wenn Strategie und Zahlen auseinanderlaufen. Eine ehrliche Planung muss nicht perfekt sein, sollte aber nachvollziehbar zeigen, wie die strategischen Vorhaben im Zahlenwerk ihren Niederschlag finden.

Drei Fragen, die in vielen Strategiegesprächen Klarheit bringen

Um die Diskussion von „Was wäre alles denkbar?“ in Richtung „Was machen wir wirklich?“ zu lenken, haben sich aus meiner Erfahrung drei Fragen bewährt:

  1. Was sind die zwei bis drei wichtigsten Stoßrichtungen für die nächsten Jahre?
    – Also die großen Linien, an denen sich Entscheidungen orientieren sollen.
  2. Woran würden wir in drei Jahren erkennen, dass die Strategie wirkt?
    – Nicht nur in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern auch in Marktposition, Produkten, Kundenbeziehungen, Organisation.
  3. Welche Ressourcen brauchen wir – Zeit, Menschen, Geld – und wo schaffen wir Freiräume?
    – Denn wenn alles wichtig ist, wird es am Ende schwer, Schwerpunkte sichtbar zu machen.

Über diese Fragen entsteht in der Regel ein deutlich klareres Bild, welche Themen wirklich vorangetrieben werden sollen – und welche zwar sinnvoll, aber vielleicht nicht sofort dran sind.

Elemente, die Umsetzung wahrscheinlicher machen

Es gibt kein „Rezept“, das überall passt. Einige Elemente tauchen in Projekten, die ihre Strategie gut umgesetzt bekommen, aber auffallend häufig auf.

Konkrete Stoßrichtungen statt allgemeiner Schlagworte

Formulierungen wie „Wir wollen wachsen“ oder „Wir wollen digitaler werden“ beschreiben ein Zielbild, helfen im Alltag aber nur begrenzt. Greifbarer wird es, wenn daraus konkrete Stoßrichtungen werden, zum Beispiel:

  • Ausbau eines bestimmten Geschäftsbereichs oder Produkts,
  • Fokussierung auf definierte Zielkundensegmente,
  • Aufbau eines strukturierten Controllings oder Finanzbereichs,
  • Modernisierung eines klar umrissenen Prozessbereichs.

Je greifbarer diese Stoßrichtungen formuliert sind, desto leichter lassen sich daraus Projekte, Verantwortlichkeiten und Budgets ableiten.

Etappen statt „alles auf einmal“

In vielen Unternehmen ist der Wunsch groß, mehrere Themen parallel anzustoßen – verständlich, wenn man weiß, was alles zu tun ist. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass ein Etappenansatz oft erfolgreicher ist:

  • Was soll im nächsten Jahr konkret gestartet und entschieden werden?
  • Was folgt im zweiten Schritt, wenn bestimmte Grundlagen gelegt sind?
  • Welche Ideen parken wir bewusst, bis die richtige Phase gekommen ist?

Damit bleibt die Strategie ambitioniert, aber die Umsetzung wird planbarer.

Strategie, Planung und Finanzierung zusammendenken

Gerade wenn größere Veränderungen anstehen – etwa Investitionen, neue Geschäftsfelder oder eine Unternehmensnachfolge –, ist es hilfreich, frühzeitig zu prüfen:

  • Wie spiegeln sich die Vorhaben in der Ergebnis- und Liquiditätsplanung wider?
  • Welche Effekte sind realistisch – und in welchem Zeitraum?
  • Welche Finanzierung wird dafür benötigt und wie lässt sie sich plausibel darstellen?

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu Themen wie Unternehmensfinanzierung und Bankkommunikation. Eine Strategie, die mit Zahlen und Finanzierung abgestimmt ist, hat deutlich bessere Chancen, nicht an praktischen Hürden zu scheitern.

Wenn im Tagesgeschäft die Luft fehlt: Externe Unterstützung auf Zeit

Viele mittelständische Unternehmen werden von Menschen geführt, die tief im Tagesgeschäft stehen. Das ist eine ihrer Stärken. Gleichzeitig bleibt für strategische Projekte oft nur das, was „zwischen den Terminen“ übrig bleibt.

In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, für einen begrenzten Zeitraum externe Unterstützung ins Boot zu holen – zum Beispiel:

  • für die Strukturierung und Begleitung eines Strategie- oder Veränderungsprojekts,
  • für den Aufbau von Steuerungs- und Finanzstrukturen,
  • oder in Form eines Interim Managers, der ein bestimmtes Vorhaben konsequent vorantreibt, während das Tagesgeschäft weiterläuft.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass externe Personen eng mit den internen Verantwortlichen zusammenarbeiten. Ziel ist nicht, eine Parallelwelt aufzubauen, sondern das Unternehmen in seiner eigenen Handlungsfähigkeit zu stärken.

Fazit: Strategie ernst nehmen – und gleichzeitig pragmatisch bleiben

Strategiearbeit im Mittelstand muss nicht kompliziert sein. Viele Unternehmen haben ein gutes Gespür dafür, wo sie hinwollen. Die Herausforderung liegt häufig weniger im „Was“, sondern im „Wie“ – also darin, aus Überzeugungen und Ideen konkrete, machbare Schritte abzuleiten.

Besonders wirksam erlebe ich Strategiearbeit dann, wenn:

  • aus vielen Ideen einige wenige klare Stoßrichtungen werden,
  • Verantwortlichkeiten und Ressourcen benannt sind,
  • Strategie, Planung und Finanzierung aufeinander abgestimmt werden,
  • und regelmäßig geprüft wird, was funktioniert und wo nachjustiert werden sollte.

Wie ich Sie bei Strategie und Umsetzung begleite

In meiner Arbeit verbinde ich die Perspektive aus der Unternehmensberatung mit der Erfahrung als ehemaliger Bank- und Firmenkundenvorstand. In Strategieprojekten im Mittelstand unterstütze ich typischerweise:

  • bei der Klärung von Stoßrichtungen und Prioritäten,
  • bei der Übersetzung von Strategie in konkrete Projekte, Planung und Finanzierung,
  • beim Aufbau von Entscheidungs- und Steuerungsstrukturen,
  • und – falls gewünscht – in der Umsetzung, etwa durch Projektbegleitung oder Interim-Rollen im Finanzbereich.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass in Ihrem Unternehmen viele Themen gleichzeitig auf dem Tisch liegen und die Umsetzung hinter der Strategie zurückbleibt, freue ich mich auf den Austausch mit Ihnen.

Porträt von Markus Keggenhoff in Düsseldorf

Wir sind ein Team unter der Führung von Markus Keggenhoff – ehemaliger Bank- und Firmenkundenvorstand mit langjähriger Mittelstandserfahrung und erfahrener Unternehmensberater für Strategie, Finanzierung und Unternehmensnachfolge.

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Von Insight zur Umsetzung

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Wenn Sie vor einer konkreten Herausforderung stehen – sei es bei der Unternehmensstrategie, einer anstehenden Finanzierung, der Planung Ihrer Unternehmensnachfolge oder bei Vakanzen in der Umsetzung von Projekten, Strategievorhaben oder im Finanzbereich –, freue ich mich auf den Austausch mit Ihnen.

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